Akademische Sprachtherapeutin
G. Beckmann-Hopp

Logo der Praxis für Sprachtherapie


Sprüche aus der Sprachtherapie
(Namen geändert, Geschlecht und Alter beibehalten)

Lisa, Neunjährige mit Downsyndrom
Lisa ist ein Fan von Wickie und wollte ein Versprechen bekräftigen. "Versprochen ist versprochen und wird auch nicht gekotzt"


anderer Spruch von Lisa:
"Ich möchte so gern in den Zoo und die 'Halt die Klappe, Schlange' sehen!"   Klapperschlange
Abbildung: © Patrick JEAN / muséum d'histoire naturelle de Nantes; Wikimedia Foundation.


weiterer Spruch von Lisa:
Wir schauen Karten, auf denen humorvoller Unsinn geschieht. Lisa macht die Scheibenwischerbewegung vor dem Gesicht
und meint: "Die sind doch total verkloppt!"

Pia, 13-jährige mit Downsyndrom
erklärte mir beim Suchen von Synonymen zum Thema Schuppen: "der Gartenschuppen".
Ich frage nach, welches Wort sie mit 'Schuppen' noch kennt, das aber nichts mit dem Gartenschuppen zu tun hat.
Sie strahlt mich an und sagt "Der Schuppenkarren!"

Robert, vier Jahre alt
Nach den Ferien erzählte er mir, daß dort ein toller Swimmingpool war. Ich fragte ihn, ob dieser nicht zu tief für
ihn war. Er antwortete: "Nur wenn ich die Badehose anhatte!".

Bei einem Bild mit Pommes meinte er, daß da noch kein Salz darauf wäre.
"Da braucht man einen Salzstreusel zum Drüberstreuen".

Julia, eine Fünfjährige
Julia wollte mich gerne mit Vornamen anreden. Ich antwortete: "Ich bin deine Sprachlehrerin und nicht deine Tante."
Julia seufzte und sagte: "Du wärst aber eine coole Tante!".

Oskar, viereinhalb Jahre alt
übt zur Zeit das SCH mit mir. Ganz aufgeregt teilt er mir mit: "Ich kann das nicht besser sprechen (mit korrektem SCH!).
Weil ich dich soo gern mag und bei dir soviel lachen muß!"

Martin, viereinhalb Jahre alt
Martin dachte, daß ich in den Therapieräumen wohne. Ich erklärte ihm, dass hier meine Arbeit ist und ich abends
nach Hause fahre. Nach kurzem Überlegen sagt er: "Meine Mama hat aber eine richtige Arbeit!"
Ich frage zurück: "Du meinst, meine Arbeit ist keine richtige Arbeit?"
Martin: "Ja, Lernen ist keine richtige Arbeit. Das ist doch Üben!"

wieder Martin
da ihm das "Z" schwer fiel, kreierten wir ein Schlangenbild. Die Schlange zischt "Zzzzz" alle möglichen Tiere an.
Martin wünschte sich, dass die Schlange ein Krokodil im Sumpf trifft. Ich zeichnete das Krokodil, Martin schaut
drauf und meint: "Nein, das guckt so böse!"  Nun gut, ich radiere und male an den Augen etwas herum.
"So besser?"   Antwort von Martin: "Nein, jetzt guckt es zu lieb!"
Nach einem weiteren Änderungsversuch schaut er mich an und fragt: "Kannst Du das nicht mittlererer Böse machen?"

Tim, fünf Jahre alt
Tim fällt die Differenzierung der Laute -G- und -D- noch schwer. Er sollte erzählen, dass die Männer die Straße fegen.
Nach mehreren Anläufen mit "Feden" hatte er keine Lust mehr, zuckte mit den Schultern und sagt:
"Ok, dann besen die eben."

Alina, fünf Jahre
Sie steht am Kopierer und erklärt: "Das wird da jetzt gleich anders abgemalt!"

Mia, vier Jahre
Mia seufzte bei der Therapie abgrundtief und meinte "Du hast es soo gut!" Ich fragte nach "Warum?" 
Antwort: "Du hast den ganzen Tag Kinder zum Spielen bei Dir!"

David, fünf Jahre
Wir üben das -Z- und spielen das Pizzaspiel. Ich frage David nach seiner Lieblingssorte.
David: "Pizza Salami ohne Salami!"

Felix,  dreieinhalb Jahre,
hat als Late talker sowohl mit der Aussprache als auch mit Satzbau Schwierigkeiten.
Nach einer Übungseinheit mußte er durch den Raum flitzen. Er rutschte aus und fiel hin.
Seine Mama fragte: "Hast Du dir weh getan?" Anwort: "Weh getan! Aber nicht weh tut!"

Felix während einer Übung zum -R-
Ich kommentiere eine Karte: "der Räuber überfällt die Postkutsche". Felix deckt die gleiche
Karte auf: "Räuber fallen über Postkutsche".
Überfall 
(Abb.: ©Beckmann-Hopp, Köln)

Maren, fünf Jahre
Ihre Sprachstörung ist in eine Wahrnehmungsstörung eingebettet. Sie ist meine kleine Philosophin. Beim Aufräumen
nach der orofazialen Stimulation (Castillo Morales Konzept) müssen eine Decke, Kissen, Zahnbürste und die Übungsmappe
in die mitgebrachte Tüte eingeräumt werden. Maren schafft es nicht selbständig, ich biete ihr meine Hilfe an.
Maren will alles eilig hineinstopfen. Ich sage: "Ich kann das nicht so schnell!" Sie schaut mich ungläubig an. Ich betone:
"Kein Mensch kann das so schnell!"
Maren grinst mich an und sagt: "Aber du bist eine Frau Beckmann-Hopp!!!"
Tasche
(Abb.: ©Beckmann-Hopp, Köln)

Maren
Die Therapie fand in der KiTa statt (genehmigt durch Krankenkasse).
 Zum Ende fragt Maren mich: "Fährst Du jetzt nach Hause?"
"Nein, ich fahre jetzt in mein Zimmer, wo wir sonst üben. Ich muss noch arbeiten."
Sie fragt: "Wie lange noch?"  Ich: "Bis heute abend." Darauf Maren:
"Ich gehe heute um drei Uhr nach Hause. Und Du?" 
Ich: "Bei mir dauert das noch etwas länger, ehe ich nach Hause fahre."
Maren: "soo lange mußt du arbeiten?" Ich bejahe.
"Dann möchte ich keine Beckmann-Hopp Arbeit machen, wenn ich groß bin!"
Maren überlegt noch einen Moment und fragt: "Bist du eigentlich gerne eine Frau Beckmann-Hopp?" :-)

Maren, inzwischen sechs Jahre alt
Maren fand es nicht lustig, dass ihr Vater durch eine Rhetorikfortbildung nicht zu den gewohnten Zeiten zuhause
anzutreffen war. Sie fragte ihn, warum er abwesend sei und was er dann mache. Auf die Erklärungen des Vaters
zu seiner Fortbildung hatte sie ihre eigene Idee.
"Papa, wenn du was mit Sprechen üben musst, dann geh' doch einfach zur Frau Beckmann-Hopp! Die hat mir doch auch geholfen!"

Maren, inzwischen sieben Jahre alt
Wir trainierten semantische Umschreibungen und Begriffsfindung. Maren sollte den Begriff "Glühbirne",
"Leuchtmittel" o.ä. finden. Ich bot ihr als Hilfe an: "Was leuchtet in der Lampe?"
Maren antwortete nach reiflicher Überlegung: "Ein Glühwürmchen!"

Persisches Mädchen, in Deutschland aufgewachsen, 13 Jahre
Während der gemeinsamen Übungen zum Mundmuskeltraining äußert sie unvermittelt:
"Sie sind aber schon eine schaulustige Frau!"
Ich schaue etwas verdutzt und frage nach: "Du meinst also, dass ich mir gerne Sachen anschaue?"
Sie wehrt ab "Nein, ich meine dass Sie eine voll lustige Frau sind!"

Jakob, vier Jahre
Wir spielen zusammen "Tiere füttern, um den Satzbau zu trainieren. Auf der großen Spielplatte ist
das Bild des jeweiligen Tieres mit drei Futtervorschlägen. Aus einem Beutel ziehen wir Futterkärtchen
und fragen die Tiere "magst Du ......". 
Ich ließ die Tiere öfter äußern "nein, igitt, ich mag keine ...... !"
Jakob ließ darauf das Pferd antworten: "Nein, ich mag keine Schnecken und Würmer. Das ist  Igitthaft!"

Kevin, vier Jahre
Kevins' Aussprache war zu Therapiebeginn so umfassend gestört, daß auch seine unmittelbare Umgebung ihn
oft nicht verstand. Ein Störungsbewusstsein hatte der selbstbewusste kleine Kerl allerdings nicht. So konterte
er, als er um mehrfache Wiederholung gebeten wurde:
"Fateße denn tei' Deu?"

Konstantin, fünf Jahre
Konstantin hatte den Eindruck, dass Sprachtherapie nur etwas für Kinder sei. Als beim Anschlusstermin ein
erwachsener Patient wartete, ging er auf ihn zu und fragte ganz empört:
"Na, und wo ist denn das Kind?"

Ole, vier Jahre
Ole sollte zu Bildern einen Satz bilden. Die Bilder zeigten ein Mädchen, ein Figürchen mit einem Messer
und eine Tomate. Ole kommentierte: "Das Mädchen messert eine Tomate!"

Georg, kurz vor der Einschulung
Wir spielten "Schwarzer Peter" und Georg sollte beim Ablegen der Pärchen die Motive in der Vergangenheit
kommentieren. Besonders sollte er auf die Ansilbe -GE- achten.
"Die Bäuerin hat die Kuh 'defüttert."
Bei der zweiten Karte: "Die Bäuerin hat die Kuh ge-eutert" Kuhmelken

Lenny, viereinhalb Jahre
Lenny fiel es noch schwer zu entscheiden, wann der Laut R eingesetzt werden mußte,
nachdem er ihn gelernt hatte. Zur Sicherheit betonte er sie stark und setzte mehr R ein
als erforderlich. Er: "Das war die Frau vom RRRobert, die RaBarbara!"

Niels, fünf Jahre
Mit Niels darf ich in der KiTa trainieren. Am Ende der Sitzung wollte er gern mit mir
gemeinsam in die Gruppe zurückgehen. Ich mußte aber vorher den Raum räumen
und entsprechend alles auf- und einräumen. Dies dauerte ihm zu lange.
Ich sagte "Ich beeile mich doch, aber ich kann nicht hexen!"
Darauf lächelte Niels mich an und fragt: "Warum bist Du eigentlich keine Zauberkrake?"

Tina, fünf einhalb Jahre
Beim Memory mit Konsonantenverbindungen sollte Tina zu jedem Bild einen Satz erzählen.
"Bei Blitz darf man nicht ins Draußenschwimmbad!"
"Das Pferd klaviert!" Ich fragte nach, was das Pferd macht und sie antwortete: "Ganz schnell laufen!"

Timo, fünf Jahre
Er erklärte mir seine Schimpfwortphilosophie: Das schlimmste Schimpfwort kenne ich noch nicht!
Aber das darf ich jetzt auch noch nicht wissen!

Theo, fünf Jahre alt
Es ging um Erklärungen, wo verschiedene Berufe ihre Tätigkeiten ausüben und wie die Berufsbezeichnung lautet.
"Wie nennt man denjenigen, der die Wände anmalt?" Antwort: "Einen Anstreichler"

"Wo arbeitet der Bäcker?" "Im Brotbüro!"

Alexander, viereinhalb Jahre alt
Wir trainierten zusammengesetzte Hauptwörter mit mehrfachem "SCH". Beispiel: "Spiegel" und "Stuhl" ergibt kein zusammengesetztes Nomen,
"Spiegel" und "Schrank" ergibt "Spiegelschrank". Alexander überlegte laut:
"Stopp" und "Schild" geht! "Stopp" und "Schwein" geht nicht, weil sonst bräuchten die ein Tattoo mit "Stopp!" auf dem Po.
Und das wäre seltsam!"

Martin, vier Jahre alt
Beim Üben des SCH auf Satzebene fiel ihm der Begriff "Schäfer" nicht ein. Nach längerem Überlegen entschied er sich,
"Das ist ein Schafhüter!" zu antworten. Ganz sicher war er sich bei der Bezeichnung "Schaufenster", diese wurde spontan
zu: "Das ist ein Schau-mal-Fenster!".

Vorschulkind weiblich, türkische Familie
Wir üben zur Zeit das "CH1" und erstellten dazu ein Arbeitsblatt "Mädchen mögen gerne ...., Jungen eher nicht".
Es ging um Ohrringe. Sie überlegte "Manchmal tragen Jungen so einen kleinen (Ohrring). Aber das ist so selten wie eine Blume im Winter!"
Auf die Überlegung, ob Jungen "Bommelohrringe" tragen, überlegte sie laut: "ich glaube nicht. Ich lebe schon seit Jahren und habe so etwas noch nie gesehen!".


Letzte Bearbeitung vom: 16.07.2017